Spotlight BNE-Zertifizierung: Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg

Mit der BNE-Zertifizierung wollen wir in Brandenburg gemeinsam einen Weg hin zur mehr Qualität in der Bildung für nachhaltige Entwicklung gehen. Im Herbst 2021 wurde die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg mit dem BNE-Zertifikat für ihr Bildungsangebot „Die Klimakönner“ ausgezeichnet. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg ist einer von 15 Landesverbänden bundesweit, die die Arbeit der Kreis- und Ortsverbände koordinieren und landesweite Projekte im Bereich Wald- und Naturschutz durchführen. Das Programm „Die Klimakönner“ richtet sich an Pädagog*innen und waldpädagogisch Interessierte, um ihnen praxisnah Grundlagenwissen zu Wald und Klima zu vermitteln. Wir haben mit Tamina Jeschonnek, Projektleitung „Bildungsnetzwerk Wald und Klima - Die Klimakönner“ bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg über die Auszeichnung und ihren BNE-Weg gesprochen.

 

Referentin an Flipchart
Teilnehmende laufen in den WAld
Teilnehmende

Tamina, als SDW setzt ihr bereits seit vielen Jahren Bildungsangebote im Bereich der Naturschutz und BNE um. Wie kam es dazu und was waren eure Schritte?

Die SDW hat es sich schon seit ihrer Gründung im Jahr 1947 zum Ziel gesetzt, den Wald zu schützen und mit ihren Aktivitäten Menschen bereits ab dem Kindergartenalter für den Wald zu sensibilisieren. Eine der Kernaufgaben war es daher schon von Beginn an, Waldpädagogik zu betreiben und Wissen und Verständnis für den Wald zu mehren.  Seitdem hat die SDW ihre Waldpädagogik stetig weiterentwickelt und den Wald als Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nach und nach etabliert. Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war die Auszeichnung des SDW Projektes „SOKO Wald“ zum Internationalen Jahr der Wälder 2012 als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung.“ Spätestens von da an wurden die Bildungsprojekte der SDW verstärkt an den Kriterien einer BNE ausgerichtet.

Was macht den Wald als besonderes Lernfeld für BNE aus?

Das Lernfeld Wald ist eine sich ständig verändernde Umgebung, die viel Freiraum und Potenzial für Erkundungen und Abenteuer bietet. Im Wald finden sich viele reale Anschauungsobjekte mit Bezug zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen (Klimawandel, Verlust biologischer Vielfalt, Bodendegradation, Wassermangel, nachhaltiger Konsum, Ökosystemleistungen etc.). Es lassen sich über Naturerfahrungen mit allen Sinnen Brücken vom Wald ins Alltagsleben schlagen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. So nutzen wir bspw. alle tagtäglich eine breite Palette an Waldprodukten und unsere Konsumentscheidungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Waldbewirtschaftung. Der Lernort Wald eignet sich hervorragend, um Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen deutlich zu machen und die Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung anzuwenden.

2021 seid ihr für das Projekt „Die Klimakönner“ mit dem BNE-Zertifikat ausgezeichnet worden. Was hat euch dazu bewogen, in diesen Prozess zu gehen und welche Erfahrungen und Erkenntnisse gab es?

Wir haben unsere Bildungsarbeit schon länger an den Kriterien der BNE ausgerichtet. Mit dem Zertifikat ist dies nun auch endlich öffentlich sichtbar. D.h. die Öffentlichkeitswirksamkeit war uns definitiv wichtig, aber vor allem auch die Wertschätzung unserer Bildungsarbeit. Außerdem war und ist es uns weiterhin ein Wunsch, uns mit anderen BNE – Bildungsakteur*innen zu vernetzen.

Was ist das Spezifische an dem Angebot und welche Methoden guter BNE setzt ihr darin um?

Klimakönner ist eine Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen. Thematisch stehen Wald- und Klimaschutz sowie eine nachhaltige Entwicklung im Fokus. Es wird beleuchtet, wie es weltweit um Wald und Klima steht und wie sich unser regionales Handeln auf den globalen Wald und das Klima auswirkt. Weiterhin wird thematisiert, was jede einzelne Person für den Wald und das Klima tun kann und wie andere Menschen motiviert werden können, Wald und Klima zu schützen. In dem Projekt wird quasi doppelt wirksame BNE angewandt, denn zum einen geben wir den Teilnehmenden konkrete Methoden an die Hand, was sie selbst für Wald- und Klimaschutz tun können und zum anderen versetzen wir sie in die Lage, diese Themen mit Kindergruppen behandeln zu können und diesen wiederum Handlungsperspektiven aufzuzeigen.

Was plant ihr zukünftig, um euch im Bereich eurer BNE-Arbeit weiterzuentwickeln?

Wir sind als Team der Geschäftsstelle dabei, uns ein innerteamliches Leitbild zu erarbeiten. In unserer Bildungsarbeit sind wir als Verband auf Projektförderungen angewiesen. So ist das Projekt „Bildungsnetzwerk Wald und Klima – Die Klimakönner“ beispielsweise nur durch eine Förderung aus Mitteln des Waldklimafonds der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz realisierbar. Bei künftigen Anträgen legen wir den Fokus vermehrt auf BNE-Projekte.

Welchen Tipp habt ihr für Akteur*innen, die noch am Anfang stehen?

Für mich macht den großen Unterschied zu klassischen Umweltbildung aus, den Teilnehmenden aktiv Handlungsmöglichkeiten mit an die Hand zu geben. Dazu lohnt es sich immer wieder, die eigenen Bildungskonzepte zu hinterfragen. Schlüsselfragen sind dabei: Was hat mein Thema mit der Lebenswelt der Teilnehmenden zu tun und was können meine Teilnehmenden konkret tun, um in Bezug auf das Thema meines Angebots aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigeren Welt mitzuwirken.

Vielen Dank für das Interview!

 

Kontakt:Tamina.jeschonenksdw-brandenburgde oder infosdw-brandenburgde
Website: SDW Brandenburg – Die Klimakönner
Die SDW Brandenburg auf Facebook und Instagram.