Spotlight: Umweltbildung in Zeiten von Corona

Die Krise rund um Covid-19 wird uns noch lange beschäftigen – der Ausnahmezustand wird nach und nach zur neuen Normalität.

Kind spielt auf einer Wiese (Foto: andreas160578 auf Pixabay)

Die in der außerschulischen BNE vermittelten Themen sind zur Bewältigung dieser und zukünftiger Krisen hilfreich. Krise kann auch als Chance verstanden werden – sie ist ein Bruch mit Routinen und Gewohntem und regt zur Reflexion und Zukunftsvision an. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt Kompetenzen zu erlernen, um diese und zukünftige Krisen, Stichwort Klimakrise, zu bewältigen. Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde als Bildung zur Krisenbewältigung entwickelt. Zukunftsfähige Menschen müssen lernen Komplexität, unterschiedliche Perspektiven und Globalität von Problemlagen auszuhalten und mit Konflikten umzugehen. In der BNE sprechen wir dabei von Gestaltungskompetenz.

Insbesondere Wald und Wiese sollten in diesen Zeiten als Lernorte für Kinder wertgeschätzt werden. Die durch die Corona-Krise verstärkte „Verhäuslichung“ wirkt dem Bedürfnis nach Bewegung und Selbsterfahrung entgegen. In Zeiten, in denen die Enge und das Eingesperrt-sein in den eigenen vier Wänden, Familienkonflikte sowie Ängste eine große Rolle im kindlichen Alltag spielen, finden sie in der Natur einen Ort der Ruhe und der Entspannung. Die stets durch „Homeschooling“ geforderte gerichtete Aufmerksamkeit führt auf Dauer zu Ermüdung. „Draußen-sein“ wiederum fördert die sogenannte ungerichtete Aufmerksamkeit und hat damit einen großen Erholungseffekt für Kinder. Dies, sowie Erfahrungen in der Natur, naturnahe Psychomotorik und das Erleben von Selbstwirksamkeit, fördert Resilienz und damit auch individuelle Krisensicherheit. Eine Verlegung eines Teils des Unterrichts nach draußen ist demnach, nicht nur aus hygienischen Gründen, dringend zu empfehlen.